Ausbildung

Polizeiausbildung im Vergleich- Amerika u. Deutschland. Wer hat die fundiertere Ausbildung?

 

 

Einführung

In Amerika wurde schon immer der Pragmatismus hochgelobt, also die Fähigkeit Dinge realistisch zu sehen und Probleme ohne große Umständlichkeiten zu lösen. Polizisten in einem Turbo-Durchgang auszubilden löst tatsächlich viele Probleme, denn es ist günstig und schafft Personal auf den Straßen. Doch es sorgt zumindest von deutscher Seite für viel Kritik, wurden die amerikanischen Polizisten doch schon als dumm bezeichnet und um der Unwissenheit der Gesetzestexte angegriffen. In Deutschland wird das andere Extrem praktiziert und auch kritisiert: Zu theoretische Ausbildung mit Schwerpunkt auf die Rechtslehre ohne genügend praktischen Bezug zum Polizeidienst. In der Ausbildung wird von den deutschen Schülern das Lösen von komplizierten juristischen Fallbeispielen erwartet. Dabei ist dies nicht unbedingt die spätere Aufgabe der Polizisten, denn es müssen vor allem Zuständigkeiten erkannt werden, die Analyse von juristischen Zusammenhängen übernimmt die Staatsanwaltschaft in der Regel.

Die Ausbildungsdauer im Vergleich

Die Trainingszeit von US Polizisten variiert von Land zu Land. Manchmal dauert die „ Ausbildung“ 6 Wochen bzw. 16 Wochen, sie kann aber auch 1-2 Jahre fortdauern. Im Jahre 1959 wurde eine Kommission namens „ Peace Officers Standards und Training Commissions“ ( POST) in den USA errichtet, die die Qualität des Polizeitrainings bewertet und Empfehlungen ausspricht. Seit 1980 haben sich sehr viele Staaten der POST als Mitglied angeschlossen und setzen die Empfehlungen exakt um. So wird z.B. gefordert, dass für einen Polizisten, wenn er ab 1000 Stunden pro Jahr arbeitet, 320 Stunden Polizeitraining absolviert werden müssen. Arbeitet ein Polizist unter 1000 Stunden pro Jahr, rechen mindestens 80 Stunden Training. Falls es verwirren sollte, in den USA gibt es auch Teilzeit-Polizisten, die nebenbei vielleicht noch im Handwerk tätig sind.

Dies wäre in Deutsch laut dem Beamtengesetzt nicht erlaubt, da ein Beamter einen Treueeid liefern muss und nur dem Dienstherren dienen darf. Nur auf Antrag und unter besonderen Umständen darf ein Polizist eine Nebenbeschäftigung ausfüllen, er bleibt aber stets ein Vollzeit-Polizist. Zum Vergleich werden gleich 2 Stundenpläne, ein amerikanischer und ein deutscher gegenübergestellt. Dennoch kann man die Ausbildung in den USA nicht mit Deutschland vergleichen. Um in Deutschland einen Beruf antreten zu können, muss man zuvor eine hohe Qualifikation mit einer gründlichen Ausbildung entwickelt haben, die meistens 3 Jahre dauert. Während der Ausbildung arbeitet der „ Azubi“ in der Firma und genießt wöchentlich die Berufsschule. Dieses duale Ausbildungssystem gibt es in Amerika nicht. Stattdessen wird man direkt in der Firma angelernt und erarbeitet sich alles Stück für Stück. Dafür gilt man in Amerika nie als „ ausgelernt“, sondern es gilt dort die Parole, wie sie in Deutschland auch schon proklamiert wird, des lebenslangen Lernens.

 

Starke Fortbildungsmaßnahmen in den United States

Die Fortbildungsmaßnahmen in US-Amerika für Polizisten sind hochspezialisiert. So bietet z.B. New York City 160 Kurse für die Weiterbildung der Polizisten an. Jeder Polizist in NYC muss mindestens 1 Woche pro Jahr an der Weiterbildung teilnehmen. Die Führung des polizeilichen Trainings hat das „Institute of Police Technology and Management“ übernommen. Neben umfangreicher Theorieschulung z.B. im Gebiet der internen Ermittlungen, Führungslehre, Drogenkriminalität und Verkehrsdelinkte, vertreibt das „Institute of Police Technology and Management“ diverse polizeispezifische Software. So gibt es das „ TRAINING TRAK 5 - Training Records Management System“ . Mit dieser Software lassen sich z.B. sämtliche Schulungen und Trainingserfolge aller Polizisten eines Departments auflisten, analysieren und organisieren. Weiter gibt es den „Report Track“, welcher eine digitale und äußerst anwenderfreundliche Windows-Umgebung samt Drop-down-Menüs für das Anfertigen von Berichten liefert. Das „Traffic Trak – Management system“ bietet eine relationale Datenbank mit detailllierter Auflistung von Ort,Zeit, Personen, Unfallart, Schäden etc. Oder nützlich ist auch das „Internal Affaires Trak – Management System“, welches u.a. auflisten kann, welche Gewaltanwendung, also Schlagstock, Pfefferspray, Hund, Feuerwaffen wann, wo und warum zur Anwendung kamen. Die Schulungen müssen meistens aus der eigenen Tasche des jeweiligen Polizisten finanziert werden, doch haben sie dann auch die Möglichkeit, an die oben genannte Software günstiger heranzukommen. Das die Qualität des Unterrichts gut sein muss, erklärt sich, weil das Fortbildungsinstitut an die Universität von Nord Florida ( UNF) angeschlossen ist. Diese Hochschule zeichnet sich aus durch überschaubare Klassenräume ( ca. 34 Studenten pro Klasse), High-Speed-Internetanschlüsse und Kabelfernsehen für Studenten und ein preisgekröntes umweltfreundliches Design. ( Regenwasser wird aufgefangen, Schonendes Material, Geringer Energieverbrauch, Recycling.Stationen). Die Universität bietet neben zahlreichen Award-Winner- Instituten 50 Bachelor-Studiengänge, 29 Master-Studiengänge und 1 Doktor-Grad-Programm an.

 

Die Lehrpläne in der Gegenüberstellung

Stundenplan des Polizeitrainings, USA (320 Stunden)

  • Rechtsehre ( 47 Stunden)
  • Verfassungsrecht ( Bill of rights)
  • Constitutionen
  • Staatsrecht
  • Gesetzte für Arrestnahme, Vermisstensuche, Beschlagnahme
  • Jugendrecht, Alkoholrichtlinien, Verkehrsrecht, Beweisrecht
  • Zivile Pflichten eines Polizisten, Eingriffsrecht
  • Anwendung des unmittelbaren Zwangs
  • Zivilprozessrecht
  • Verhörmethoden


  • Polizeilicher Streifendienst u. Maßnahmen ( 40 Stunden)
  • Einführung Stzreifendienst, Deeskalation, Überlebenstraining, Abwicklung von Gefangennahme, EVOC, Criminal Justice Information System, DUI,
  • Fahrzeugkontrolle, Gebäudedurchsuchung, Crimes in Progress


  • Calls,
  • Gefährliche Substanzen, Handschellen, Vermisstensuche, Occupant Protection, Feststellung des Todes, Verbechen aufgrund von Hass, Kindermissbrauch, Ordnungswidrigkeiten, Eigentumsdelikte, Einbruch, Diebstahl, Auto.


  • Menschliche Beziehungen ( 35 Stunden)
  • Zwischenmenschliche Kommunikation
  • Stressgespräche
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Prävention


  • Praktische Fertigkeiten für den Polizeidienst ( 124 Stunden)


  • Berichte schreiben
  • Verteidigungstraining
  • Waffenlehre
  • Fingerabrucktechniken
  • Fahrzeugüberprüfung
  • Sport
  • Problembewältigung bei Fahrzeugkontrollen und mit Gefangenen
  • Notfall Fürsorge ( 8 Stunden)
  • Erste Hilfe Training
  • CPR
  • Ansteckende Krankheiten
  • Verwaltung ( 2 Stunden)
  • Orientierung
  • Notebooks
  • Prüfung
  • Abschluss

 

Deutscher Stundenplan während der Ausbildung

  • Recht
  • Staats- und Verfassungsrecht
  •  Straf- und Ordnungswidrigkeitsrecht
  • Eingriffsrecht
  • Verkehrsrecht
  • Öffentliches Dienstrecht
  • Allgemeinbildung und Ethik 
  • Deutsch
  • Englisch
  • Psychologie
  • Berufsethik
  • Sport und Sonstige
  •  Sport
  • Eingriffstechniken
  •  Nichtschießen/Schießen
  •  Erste Hilfe
  • Polizei
  • Dienst- und Einsatzlehre
  •  Kriminalistik/Kriminologie

Die gemachten Angaben beziehen sich stets auf die Beamtenausbildung des mittleren Dienstes ( middle service). Die Leistung in den Fächern entscheidet über die weiteren Aufstiegsmöglichkeiten. Nach Abschluss der Ausbildung hat man nach mehrjähriger Berufserfahrung die Möglichkeit, sich für den gehobenen Dienst zu bewerben. Hat man seine Qualifikation unter Beweis gestellt und hervorragend abgeschnitten, kann man sich eher für den gehobenen Dienst bewerben. Um Kommissaranwärter zu werden, hat man 2 Jahre an einer Fachhochschule für Verwaltung zu studieren und im Anschluss eine Fachprüfung zu bestehen.

An meiner Polizeischule erlangt man nach 2 ½ Jahren Ausbildung den Status „ Polizeimeister/in (PM) „.

In der Ausbildung soll man fit gemacht werden für den späteren Polizeidienst. Dabei wird besonders auf die Aufgaben der Sachbearbeitung und Wechselschichtdienst ein besonderer Schwerpunkt gelegt. Hier werden den Polizeischülern früh in der Ausbildung Kenntnisse, Fähigkeiten und soziale Verhaltensweisen beigebracht.

In den meisten Bundesländern gilt die sogenannte „ Aufstiegs – bzw. Einheitslaufbahn.

Dabei bedeutet dies lediglich, dass grundsätzlich jeder Polizeibeamtin bzw. jeder Polizeibeamte in die Führungsetage aufsteigen kann. Natürlich nur, wenn Er/Sie entsprechende Leistung zeigt und die Eignung/Befähigung zu erkennen ist.

Fachtheoretische Lehrveranstaltungen werden überwiegend an der Landespolizeischule durchgeführt. Für andere Veranstaltungen wie Schießlehrgänge und Schwimmunterricht werden die Polizeischüler mit einem Bus zum Veranstaltungsort eskortiert.

Die genauen Inhalte und der Umfang an Fachtheorie variiert von Bundesland zu Bundesland. Die Gestaltung vom Umfang an Theorie und berufspraktischen Lehrabschnitten übernehmen die Länder.

Diese werden von den verschiedenen Stundenplänen bestimmt. Dafür sind von den Schülern in regelmäßigen Abständen jeweils Leistungsnachweise zu erbringen. Zur Leistungssteigerung bieten die jeweiligen Polizeischulen Sporteinrichtungen, Schießstände und Bibliotheken sowie Internetzugänge an. Will man nach der Ausbildung das Bundesland verlassen, muss man einen Antrag stellen, welcher abgelehnt werden kann. Förderlich beim Antrag ist das Vorhandensein eines Tauschpartners.

Die Ausbildung der Polizei ist ein spezielles Fach, welches Quereinsteigern von anderen Beamtengruppen nicht erlaubt, die jeweiligen Ausbildungsabschnitte zu überspringen. So muss auch ein Justizvollzugsbeamter alle Einstellungstests der Landespolizeischule durchlaufen und die kompletten fachtheoretischen Qualifikationsmaßnahmen erbringen.

Die meisten Länder zahlen Anwärtern in der Ausbildung beim Krankheitsfall nur 50 % der Krankenkosten. Daher sollte man dringend eine private Krankenversicherung finden, die die anderen 50 % an Kosten abdeckt.

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