Wer hat das modernere Equipment? Die Polizei Deutschland oder die amerikanische Polizei? Erfahren Sie in diesem Artikel alles über Polizei-Funktechnik, Moderne Streifenwagen, Kugelsicheren Schutzwesten und vieles mehr
Die Polizei braucht neben einer modernen Führung auch moderne Technik um die Effizienz der Verbrecherjagd zu maximieren.
Das erfordert aber auch einiger Mittel, die leider nicht in erforderlicher Weise zur Verfügung stehen. Eine Modernisierung bedeutet auch immer kostspielige Neuanschaffungen. Es fängt an bei der Beschaffung der Funkstreifenwagen. Oft kam es vor, dass deutsche Polizisten in ausgemusterten Streifenwagen mit mangelnder Sicherheitstechnik ihren Dienst leisten mussten. Mittlerweile hat sich in Deutschland das Innenministerium aber damit angefreundet, Wagen zu leasen. Somit können Polizeifahrzeuge mit relativ moderner Technik genutzt werden und nach Ablauf einer bestimmten Zeit werden die Polizeiaufkleber abgezogen und die Wagen wieder verkauft. Das Leasen eines Wagens hat aber dahingehend Nachteile, dass ein Umrüsten für Polizeiaufgaben sehr teuer ist, denn nach dem Gebrauch müssten die Wagen wieder an das Normal angepasst werden. So gibt es derzeit noch keine Computer bzw. Kameras in den deutschen Polizeiautos ( zumindest flächendeckend), die die Arbeit der Polizisten unterstützen könnten. Eine Tragödie , wenn man bedenkt, dass es ein Deutscher war, der den Computer erfand. Es war der Berliner Conrad Zuse ( 1910-1995) , der den ersten Computer 1941 entwickelte und das Informationszeitalter damit begründete. Dabei ist es Deutschland gar nicht fremd, moderne Informations- und Kommunikationssystem in Behörden zu organisieren. Denn an jedem Bankschalter, Post, Versicherung und anderen Institutionen ist ein Sachbearbeiter mit Bildschirmarbeitsplatz selbstredend.
In amerikanischen Polizeiwagen ist eine herausragende Technik im Einsatz. Moderne Computersysteme, mobile Kameras, die automatisch Autokennzeichen einlesen, verarbeiten und mit der Datenbank des Computers abgleichen. Schon seit 1960 sind Computer bei der US Polizei im Einsatz.
Eine andere Komponente des modernen Equipments stellt der Gebrauch der Schutzwesten dar und hier gibt es in Deutschland große Unterschiede .Das Bundesland Bayern hat zum Beispiel alle seine Beamte mit Schutzwesten ausgestattet, das Bundesland Brandenburg zog 2001 nach und gab für 8000 Schutzwesten 6, 4 Millionen Euro aus ( In US Dollar ca. : 21,5 Millionen) . Schutzwesten wiegen zwischen 5-10 Kg und wenn besondere Schutzeinlagen verwendet wurden, können diese ebenfalls Messerstiche abfangen. Der Stich eines Messers kann tatsächlich größere Kräfte entfalten als bei einem Beschuss einer Waffe, da diese Kraft auf einen sehr kleinen Punkt gerichtet ist. Um es sich vergegenwärtigen zu können, kann man einmal mit dem Zeigefänger auf seinen Arm drücken und es anschließend wiederholen mit der flachen Handinnenfläche;man wird merken, dass der Zeigefinger mehr Druck erzeugen wird. Das besondere an Schutzwesten ist, dass sie die meisten Projektile zwar 5-10 cm eindringen lassen, doch das Geschoss dann vollständig zum Stillstand bringen können. Dennoch dringt ein Projektil so kraftvoll in die kugelsichere Weste ein, dass meistens Knochenbrüche nicht zu vermeiden sind.
Obwohl die Digitaltechnik in Deutschland die Analogtechnik weitestgehend verdrängt hat, man beachte das ISDN-Telefon gegenüber dem alten Telefon oder die CD gegen die Schallplatte, benutzt die deutsche Polizei noch die Analogfunktechnik und ist damit mit Albanien trauriger Einzelgänger in Europa. Trotzdem gibt es einen Lichtblick, denn seit Ende 1990 wird in Deutschland heftigst die Einführung des Digitalfunks besprochen und getestet. Der Bund und die einzelnen Bundesländer wollen sich die Kosten ( geschätzte 5 Milliarden Euro) teilen und bis 2010 soll eine Entscheidung getroffen sein. Sollte der Digitalfunk eingeführt werden, dann wäre der Funkverkehr nicht mehr anfällig für unbefugtes Abhören des Informationsaustausches der Beamten. Außerdem könnten neben der Sprache auch Skizzen, Lagepläne und Fotos versendet werden. Insgesamt wäre die polizeiliche Arbeit effizienter und schneller. Der jetzige alte Analogfunk hat weiter eine sehr begrenzte Reichweite und um die vielen Funklöcher zu umgehen, müssen die deutschen Polizisten stets ihr privates Handy dabei haben.
Insgesamt hängt Deutschland was die Informations- und Kommunikationssysteme betrifft weit zurück. Während in Deutschland es ein guter Standard ist , wenn sich 2 Polizisten einen PC am Revier teilen, analysieren und berechnen Computer in Amerika schon wo und wann die nächste Straftat sich ereignen könnte. Ferner laufen bei der US-Polizei schon Tests ab über fliegende Polizei-Drohnen . Diese Späher sehen aus wie Modellflugzeuge und sind mit moderner Technik wie Nachtsichtkamera oder Infrarotlichtsensoren ausgestattet. Ein Grund für diese Dimensionen könnte es zum Einen sein , dass die USA sich weg von der Industriegesellschaft hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft entwickelt hat. Zum Dienstleistungssektor gehören eben auch Bereiche wie die Information und die Kommunikation und außerdem genießen die USA räumliche Nähe zu großen technischen Forschungsinstituten und Universitäten.
Genannt sei hier vor allem das „ Silicon Valley“ des Bundesstaates Kaliforniens. Diese Gebiet ist ein Motor der Computer-Industrie und hat durch Forschung und Ideenumsetzung so bekannte Firmen/ Produkte wie HP oder Apple hervorgebracht. Die USA befindet sich also nicht umsonst an der Weltspitze der Forschung und Bildung.
Weiter darf man nicht vergessen, das Amerika eine sehr starke Armee besitzt, welche durch ihre Spezialisten stets Innovationen hervorbringt. Allein viele Erfindungen aus dem 2. Weltkrieg, sind in das amerikanische Polizeiwesen geflossen; Genannt sei hier das Nachtsichtgerät oder die Funktechnik.
Man beachte auch, dass im Bereich Computertechnik 2,5 Millionen Amerikaner 1995 beschäftigt waren. Davon kann die US-Polizei natürlich nur profitieren, sei es um die Arbeit effektiver zu gestalten oder um neue Ideen umzusetzen. Die Leistung oder das Wohlgefühl eines Polizisten hängt nämlich nicht nur von seiner Arbeitskraft und seiner Erfahrung ab, sondern auch von den Ideen.
Das Internet wird an deutschen Dienststellen zumindest weiter integriert und im Land Brandenburg wird seit 2003 das erste Polizei-Notruffax eingesetzt, welchen sprachgestörten bzw. tauben Menschen sehr entgegen kommt. Im Jahre 1968 wurde in den Staaten das „National Institute of Law Enforcement“ gegründet. Ziel war der Austausch der Polizei mit anderen Behörden wie das Verteidigungsministerium oder die Weltraumbehörde. Es entstanden schnell weitere Institutionen , welche die Entwicklungen so rasch vorantrieben, dass die US Polizei kaum noch hinterher kam. Beispielhaft sei das 1994 gegründete „National Law Enforcement Technology Center ( NLETC)“. Viel Neuerungen blühten dort auf, wie ein satellitengestütztes Aufspürsystem von Heckenschützen oder 3-D Trainingsanlagen für Polizisten. Im July 1999 wurde im „Bulletin“ ( Eine Art Forum für Polizisten) das „National Crime Information Center“, kurz das NCIC-2000 vorgestellt. Ausgerüstet mit mächtigen PC´s und starker Software war nun ein sofortiger Austausch an Polizeidaten möglich. Kombiniert mt einem automatischen Fingerabdruck-System im Streifenwagen können in kürzester Zeit Identitäten und kriminelle Vergangenheit von Verdächtigten festgestellt werden oder die Suche von Vermissten kann durch den schnellen Datenabgleich beschleunigt werden.
Bisher gibt es in deutschen Streifenwagen noch keine Laptops so wie in Amerika, doch das automatische Fingerabdruck-System ist gegeben. „Fast Identification" genannt, ist ein Pilotprojekt des Bundesministeriums des Inneren (BMI), an dem sich neben dem BKA die Polizeibehörden der Länder Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen beteiligen.
Das Bundesland Hessen stellte 2005 auf der CEBIT in Hannover das Schnellidentifizierungssystem vor. Zusammen mit der europäischen Firma „ Steria“ wurde dieses Scanner-Gerät-nicht größer wie ein Taschenrechner- entwickelt. Im Scanner selbst arbeitet die Software Fingerprint-images-Transmission ( FIT) und ermöglicht rasante LiveScan-Fingerabdrücke . Die digital eingescannten Daten werden an das Bundeskriminalamt ( BKA) gesendet und mit der Datenbank „ Automatisierter Fingerabdruck Identifizierungs-System“ ( AFIS) abgeglichen. Wenn eine Übereinstimmung stattfand, ermittelt ein Daktyloskop weiter.
Das Fehlen eines Laptops in deutschen Streifenwagen ist ein großes Manko. Nehmen wir das Beispiel eines Verkehrsunfalls: Deutsche Polizisten müssen neben dem Absperren vom Unfallort, Zeugen befragen, Nummernschilder aufnehmen, Personen und Orte schriftlich festhalten. Dafür führen Sie stets ein Notizblock mit sich, um später im Revier u.a. eine Unfallskizze anfertigen zu können. Und hier liegt das Problem, die zuvor aufgeschriebenen Notizen müssen erst auf dem Revier noch einmal vom Polizisten hervor geholt werden um dann noch im PC weiter verarbeitet zu werden. Das ist zeitaufwendig , mühselig und die unnötige Papierverschwendung ist teuer. US Polizisten haben , wie bereits erwähnt, moderne Laptops am Bord eines Streifenwagens. Der gleiche Vorgang wird direkt Vorort bearbeitet und an das Revier gesendet. Der Streifenwagen dient damit als Büro des US Polizisten und das fast papierlos.
Es gibt dennoch Lichtblicke für die Polizisten, zumindest im Land Niedersachsen, denn dort wird die Polizei im Bereich Informationstechnik, Kommunikationstechnik, Mobilität und Einsatztechnik vom Polizeiamt für Technik und Beschaffung auf höchste unterstützt. Ob es Funk, Telefon, Waffen, Fahrzeuge oder Computer betrifft, das Polizeiamt für Technik und Beschaffung Niedersachsen stellt sich der Herausforderung und entwickelt derzeit ein einheitliches Vorgangsbearbeitungssystem: Das sogenannte NIVADIS. Es ist bereits schon im Einsatz und biete eine Komplettlösung für Analyse, Fahndung, Dokumentation und Recherche. Das moderne Informationssystem vereinigt 23 Einzelsoftwareprogramme und macht die Arbeit der Polizei effizienter. Als Betriebssystem greift die Polizei Niedersachsen auf Linux zurück.
Linux hat viele Vorteile: Das Linux-BS läßt sich auf allen Rechnern installieren, ohne Lizenzgebühren zu erheben. Außerdem ist Linux preiswerter und benötigt nicht so leistungsstarke Rechner, wie andere Betriebssysteme. Daher ist ein effizientes Arbeiten auch auf relativ alter Hardware möglich. Außerdem bietet Linux hohe Multitasking und Multiuser-Features. Man benötigt weniger PC´s, da viele Anwender durch Linux an einer Station arbeiten können. Linux gilt weiter als sehr sicher und verhindert souverän die Sabotage von Rechnern. Das ist infofern relevant, da die Polizei Nierdersachsen im Zuge der Globalisierung europaweite Personaldaten speichern wird. Da die Polizei Intranet und Internet Lösungen schaffen will, ist Linux-Netzwerkstärke sehr willkommen. So können Linux-System auch übers Internet administriert werden. Schließlich genießt Linux sehr schnelle Entwicklungszyklen, da es sehr viele Entwickler im Einsatz gibt.
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